Wenn zwei Katzen miteinander raufen, sieht das für uns Menschen oft wilder aus, als es eigentlich ist. Gefauche, Tackern der Pfoten, plötzliches Anspringen – und im nächsten Moment liegen sie wieder Seite an Seite und putzen sich. Klingt paradox? Ist es aber nicht. Raufen gehört zum Katzenleben dazu.
Doch ab wann wird aus spielerischem Gerangel ernst? Und woran erkennst du, ob du eingreifen musst?
🐱 Was ist Raufen eigentlich – Spiel oder Ernst?
Raufen ist ein ganz normales Verhalten, besonders bei jungen oder gut sozialisierten Katzen. Sie lernen soziale Grenzen trainieren ihr Jagdverhalten und ihre Selbstkontrolle. Vor allem unter Katern, kann es auch mal richtig zur Sache gehen. Weibliche Katzen spielen meist etwas sanfter. Klingt harmlos, oder? Ist es meistens auch.
Typisches Spielraufen erkennst du daran, dass:
❥ beide Katzen abwechselnd „angreifen“
❥ sie Pausen einlegen
❥ keine der Katzen dauerhaft panisch flieht
❥ die Ohren nicht komplett angelegt sind
❥ die Krallen nur teilweise oder gar nicht benutzt werden
❥ kein ernsthaftes Schreien oder Knurren vorkommt
Und ganz wichtig:
Beide bleiben freiwillig dabei. Wenn nur eine Katze Spaß hat und die andere versucht, sich zu retten ➜ ist es kein Spiel.

⚠️ Wann Raufen problematisch wird
Manchmal wird aus dem Spiel ein Konflikt – oder es war die ganze Zeit schon keiner.
Besonders bei Katzen, die stressanfällig sind, sich noch nicht lange kennen und bisher keine guten Sozialkontakte hatten.
Folgende Anzeichen zeigen, dass es ernst wird:
❥ eine Katze verkriecht sich und kommt nicht mehr raus
❥ schrilles Schreien
❥ dauerhaft angelegte Ohren
❥ eingeklemmter Schwanz
❥ Fluchtverhalten
❥ konsequentes Bedrängen
❥ Fellbüschel fliegen
❥ eine Katze wirkt danach lange angespannt oder ängstlich
Wenn du eines dieser Signale siehst ➜ bitte nicht weiterlaufen lassen.
💛 Warum Raufen wichtig ist – und trotzdem Grenzen braucht
Katzen spielen nicht einfach nur. Sie trainieren Fähigkeiten, die tief in ihnen verankert sind: Jagen, Kämpfen, Grenzen setzen.
Auch Wohnungskatzen brauchen das, um Stress abzubauen und Sozialkontakt zu pflegen.
ABER: Nicht jede Katze kann gut kommunizieren. Gerade Katzen aus dem Tierschutz, FIV-positive Katzen oder Tiere mit traumatischen Erfahrungen sind oft unsicher oder missverstehen Signale.
Ein bisschen Raufen ist völlig okay – solange beide Katzen sich wohlfühlen.
🐾 Wann du eingreifen solltes
Wenn eine Katze sich nicht aus einer bedrängten Situation lösen kann ➜ freundlich unterbrechen.
Bitte niemals anschreien oder mit Wasser spritzen.
Das zerstört Vertrauen und erhöht den Stress.
Besser:
❥ Leicht klatschen
❥ Namen freundlich sagen
❥ Spielzeug einwerfen
❥ Kurz ablenken
Und ja – manchmal ist eine räumliche Trennung für ein paar Minuten sinnvoll.

🧡 Wie du das Raufen positiv unterstützen kannst
✔ Mehr Spielmöglichkeiten
Oft raufen Katzen aus Langeweile oder unausgelasteter Energie.
✔ Rückzugsorte schaffen
Höhlen, erhöhte Liegeplätze, Kratzbäume ➜ jede Katze braucht eigenen Raum.
✔ Rituale einführen
Gerade FIV-Katzen oder unsichere Tiere profitieren von festen Abläufen.
✔ Gesundheit checken lassen
Viele Verhaltensprobleme entstehen durch Schmerzen. Katzen leiden im Stillen – du kennst das ja.
Daher: lieber einmal zu früh zum Tierarzt als zu spät.
✔ Stress reduzieren
Neue Möbel, Umzüge, Besuch – all das kann Konflikte auslösen.
🤎 Fazit: Raufen ist normal – solange alle sich wohlfühlen
Katzen kommunizieren oft anders, als wir Menschen es erwarten. Ein wildes Gerangel muss nicht gleich ein Drama sein.
Aber du kennst deine Katzen am besten.
Wenn dein Bauchgefühl sagt: „Das ist nicht mehr okay“, dann liegst du meistens richtig. Beobachte genau, greife sanft ein, wenn nötig – und schaffe ein Zuhause, in dem sich beide Fellnasen sicher fühlen. Dann steht einem harmonischen Zusammenleben nichts im Weg. 🐈⬛🐾🤎
Übrigens: Wir haben auf unserem Instagram Kanal ein spannendes Video zum Thema Raufen: Beitrag

