Warum Kastration bei Katzen so wichtig ist – für Gesundheit, Population & Tierschutz
Kastration: Für viele Katzenhalter ein normaler Begriff, für manche noch ein Tabu. Dabei gehört die Kastration von Katzen zu eine der wichtigsten Maßnahmen, die wir als Halter, Tierschützer und die Gesellschaft ergreifen können.
Sie betrifft nicht nur das einzelne Tier, sondern hat enorme Auswirkungen auf Tierwohl, Gesundheit, Überpopulation und letztlich auch auf die Frage, wie wir verantwortlich mit unseren Vierbeinern umgehen.
Was bedeutet Kastration eigentlich?
Unter Kastration versteht man bei Katzen das Entfernen der Fortpflanzungsorgane – bei Katern die Hoden, bei Kätzinnen die Eierstöcke und meist auch die Gebärmutter.
Dadurch wird die Produktion der Geschlechtshormone gestoppt, die für Fortpflanzung, Rolligkeit und Paarungsverhalten verantwortlich sind.
Warum Kastration? Die wichtigsten Gründe
1. Weltweit stark wachsende Population
Katzen vermehren sich sehr effektiv: Eine unkastrierte Kätzin kann innerhalb weniger Jahre hunderttausende Nachkommen haben, wenn man die Vermehrung über Generationen hochrechnet – eine Rechnung, die in Politik und Tierschutz immer häufiger auch zitiert wird.
Die Folge: Überfüllte Tierheime, unversorgte Streunerkatzen, große Leidenswege für Tiere, die nie ein Zuhause finden – und enormer Aufwand für Tierschutzvereine.

2. Weniger Straßenkatzen = weniger Leid
Straßenkatzen bzw. sogenannte „Streuner“ leben meist ein hartes Leben: ständige Nahrungssuche, Krankheiten, Parasiten, Verletzungen, und keine artgerechte Versorgung.
Durch konsequente Kastration kann unkontrollierte Vermehrung reduziert werden und die Übertragung und Verbreitung von Krankheiten wie FIV oder FeLV verringert werden. Das hilft nicht nur den Tieren selbst – sondern auch Menschen, dem Tierschutz und Tierärzten.
3. Gesundheitliche Vorteile für die Katze
Kastration schützt deine Katze vor mehreren gesundheitlichen Risiken:
- Kätzinnen: kein Rolligkeitsstress, kein Risiko von Gebärmutterentzündungen oder hormonbedingten Erkrankungen.
- Kater: weniger Sexualhormone bedeuten meist weniger Markierverhalten, Kämpfe und Streunerei.
- Insgesamt bedeutet weniger Paarungsstress oft ein stabileres, ausgeglicheneres Verhalten und weniger Verletzungen.
Das heißt nicht, dass eine kastrierte Katze langweilig wird – sie lebt einfach entspannter und oft gesünder.
4. Auch im Kontext von Krankheiten bedeutend
Insbesondere bei Freigängern ist der gesundheitliche Aspekt wichtig: Katzen, die draußen unterwegs sind und viele soziale Kontakte haben, tragen ein größeres Risiko, sich mit Viren wie FIV oder FeLV zu infizieren.
Auch wenn Kastration diese Infektionen nicht verhindert, reduziert sie das Risiko von stressbedingten Kämpfen, bei denen Übertragungen besonders häufig stattfinden.
Damit ist die Kastration ein Teil des gesamtstrategischen Katzenschutzes, der auch Gesundheit und Infektionsrisiken adressiert.

Kastrationspflicht – aktuelle politische Entwicklung
In Deutschland ist das Thema 2025 besonders aktuell geworden. Viele Kommunen führen inzwischen sogenannte Katzenschutz- oder Kastrationsverordnungen ein. Stand Ende 2025 gilt in mehreren Hundert Gemeinden und Städten eine Pflicht zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Freigängerkatzen, meist zusammen mit einer Chip- und Registrierungspflicht (Siehe dazu auch mein Beitrag zum Thema chippen).
Ein Beispiel dafür ist die neue Katzenschutzverordnung der Verbandsgemeinde Nahe-Glan: Freigängerkatzen müssen dort spätestens drei Monate nach Erlass kastriert, gekennzeichnet und registriert sein – und das bereits ab dem fünften Lebensmonat. Verbandsgemeinde Nahe-Glan
Tierschutzorganisationen wie PETA oder der Deutsche Tierschutzbund fordern sogar eine bundesweite gesetzliche Kastrationspflicht für Freigängerkatzen, um das Flickwerk aus lokalen Verordnungen zu ersetzen und alle Gebiete flächendeckend zu schützen.
Was kannst du als Katzenhalter tun?
Auch ohne Pflicht hast du großen Einfluss:
- Frühzeitige Kastration: Laut Experten sollte die Operation idealerweise stattfinden, bevor die Katze geschlechtsreif wird (ca. 6 Monate alt). AniCura
- Kastration durchdenken – bereits vor der Anschaffung: Die Kosten für die Kastration können um die 150 – 400 € betragen. Tiere aus dem Tierschutz sind meistens bereits kastriert.
- Sensibilisierung: Sprich mit anderen Katzenhaltern, teile Wissen, hilf bei lokalen Aktionen.
Jeder einzelne verantwortungsvolle Besitzer trägt dazu bei, das Leid zu verringern und Katzenleben langfristig zu verbessern.
Fazit
Die Kastration ist weit mehr als nur ein chirurgischer Eingriff. Sie ist eine Grundvoraussetzung für verantwortungsvolle Katzenhaltung, für gesundere Tiere, für weniger Leid auf der Straße und für eine nachhaltige, humane Population. Ob durch freiwillige Entscheidung oder strukturelle Verordnungen – Kastration gehört in den Mittelpunkt des modernen Katzenschutzes.
Denn jede kastrierte Katze ist ein Schritt weniger zur nächsten ungewollten Generation. Und das bedeutet: weniger Leid, weniger Risiko und mehr Lebensqualität – für alle Katzen.

